In einer Zeit vielfacher Krisen wächst die Sehnsucht nach einfachen Antworten. Klare Schuldzuweisungen, schnelle Lösungen und einfache Erklärungen, die möglichst wenig Veränderung verlangen, erscheinen verlockend. So geraten demokratische Prozesse zunehmend unter Druck. Gerade deshalb wird deutlich: Demokratie muss gelernt und geübt werden.
Wie kann Demokratiebildung im Fach Religion konkret aussehen? Die Unterrichtseinheiten greifen zentrale Aspekte demokratischen Denkens auf und eröffnen einen christlich begründeten Bezug dazu, etwa mit Blick auf Gemeinschaft (1 Kor 12) und Kinderrechte sowie auf verantwortliche Gemeinde in Kirche und Welt. Demokratiebildung zeigt sich nicht nur im inhaltlichen Worüber, sondern auch im methodisch-didaktischen Wie des Unterrichts. Demokratisches Handeln will erprobt werden, denn solche Prozesse brauchen Zeit, es geht um Aushandeln und Kompromissbereitschaft. Alle Unterrichtseinheiten eröffnen Räume für eigene Meinungsbildung, den Austausch unterschiedlicher Positionen und gemeinschaftliche Formen des Handelns und Entscheidens.